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Diabetesformen – das sind die Unterschiede

Immer wieder stelle ich fest, dass die verschiedenen Diabetesformen vollkommen durcheinandergeworfen werden. Das liegt vorwiegend an mangelnder Aufklärung zu diesem Thema. Oft merken das Diabetiker und ihre Angehörigen daran, dass eine Ausgrenzung (Sport, Schule etc.) stattfindet oder man sich diverse Sprüche anhören muss. Meine Top 5 der Diabetes Sprüche habe ich euch vor kurzem in einem anderen Beitrag präsentiert.

Deswegen dachte ich, es ist sicherlich mal interessant, die unterschiedlichen Diabetesformen zu beleuchten.

 

Diabetesformen

 

Diabetes Typ 1

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung wie meine Multiple Sklerose. Die genaue Entstehung ist bislang nicht 100%ig gesichert, aber es spielen einige Faktoren zusammen:

  • eine eventuelle erbliche Veranlagung
  • eine Fehlsteuerung des Immunsystems
  • äußere Faktoren (häufig, aber nicht immer, manifestiert sich der Diabetes nach einem schweren Virusinfekt)

Letztlich führt das dazu, dass sich das eigene Immunsystem gegen die körpereigenen Zellen richtet und zerstört. Im Fall der Diabetes Typ 1 sind das die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren. Durch die Zerstörung dieser Zellen wird immer weniger Insulin hergestellt bis die Produktion komplett eingestellt ist. Die Körperzellen können ohne Insulin die Glukose nicht mehr aufnehmen, wodurch unserem Körper die Energie fehlt und der Blutzuckerspiegel im Körper ansteigt.

Diabetes Typ 1 tritt häufig bei Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

Ohne das Spritzen von Insulin kann es zu einem Koma und schweren körperlichen Folgen kommen.

Dennoch können Typ 1 Diabetiker ganz normal am täglichen Leben teilhaben. Sport machen, auf Kindergeburtstage gehen, Führerschein machen und auf eine normale Schule gehen. Klar muss der Blutzucker kontrolliert, eventuell etwas gegessen oder Insulin gespritzt werden, aber das sind kleine Einschränkungen, mit denen man gut leben kann.

Diabetesformen das sind die Unterschiede

Diabetes Typ 2

Der Diabetes Typ 2 ist die häufigste Art der Diabetesformen. Ungefähr 90% der Diabeteserkrankten leiden an Typ 2.

Auch hier gibt es einige Faktoren, die zur Entstehung beitragen:

  • eine eventuelle erbliche Veranlagung
  • äußere Faktoren (falsche Ernährung, Bewegungsmangel etc.)

Durch diese Faktoren kann es passieren, dass die Zellen immer weniger auf das Insulin ansprechen und somit zu wenig Zucker aufgenommen wird.

Zusätzlich gibt die Bauchspeicheldrüse dann auch noch das Insulin z.B. nach dem Essen zu langsam ab.

Um dies zu kompensieren, produziert der Körper noch mehr Insulin, um den Bedarf auszugleichen. Irgendwann sind die produzierenden Zellen aber erschöpft und ein Diabetes Typ 2 entsteht.

Im Anfangsstadium der Erkrankung kann man mit Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung, viel Sport und Medikamenten viel erreichen. Oft reichen hier sogar Tabletten.

Im Laufe der Jahre ist es dann aber oft so, dass die Zellen der Bauchspeicheldrüse so erschöpft sind, dass das Spritzen von Insulin unerlässlich wird.

Früher waren häufig ältere Menschen von dieser Diabetesform betroffen, weswegen er auch häufig als Altersdiabetes bezeichnet wurde. Dieses Bild hat sich mittlerweile drastisch geändert. Immer mehr junge Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder sind betroffen.

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Schwangerschaftsdiabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die häufig etwa in der 24. Schwangerschaftswoche erkannt wird.

Die Ursachsfaktoren sind ähnlich wie bei den anderen Diabetesformen:

  • äußere Faktoren (falsche Ernährung, Bewegungsmangel etc.)
  • eine eventuelle erbliche Veranlagung
  • Bluthochdruck
  • und noch einige mehr.

Bei einem Zusammentreffen dieser Faktoren ist das Risiko erhöht an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Muss aber nicht zwingend passieren.

Häufig pegeln sich die Zuckerwerte nach der Geburt wieder ein. Es bleibt allerdings ein erhöhtes Risiko bestehen, im Laufe der nächsten Jahre an einem bleibenden Diabetes zu erkranken.

Diabetesformen das sind die Unterschiede

Andere Diabetesformen

Diabetes kann auch andere Ursachen haben: Krankheiten, Medikamente etc. Manche davon sind Abwandlungen des Typ 1, andere wiederum haben Ähnlichkeit mit Typ 2.

Zu diesen speziellen Diabetesformen gehören z.B. LADA und MODY.

Die Diagnose dieser Diabetesformen ist oft sehr schwer, da der Bekanntheitsgrad nicht hoch ist und die Symptome denen des Typ 1 oder 2 recht ähnlich sind.

Diabetesformen das sind die Unterschiede

Diabetes Typ F

In meinem Blog ist euch dieser Begriff sicherlich schon über den Weg gelaufen. Dies ist keine wirkliche Form des Diabetes.

Unter Diabetes Typ F „leiden“ die Angehörigen des Diabetikers. Familie und Lebenspartner. Schließlich erleben sie oft hautnah, was es bedeutet Diabetes zu haben. Oft stehen diese Personen dem Diabetiker auch zur Seite, wenn es an Erinnerungen des Blutzuckermessens geht oder bei Unterzuckerungen.

Und in meinem Fall heißt das, dass ich das Diabetes-Management meines Sohnes übernehme. Nachts aufstehen bei Unter- oder Überzuckerungen, Essen und Insulin berechnen, Insulinfaktoren neu festlegen usw. usw.

Mir und auch den anderen „Betroffenen“ des Diabetes Typ F macht das aber nichts aus, denn wir lieben unseren Diabetiker 😉

Diabetesformen das sind die Unterschiede

Natürlich bin ich kein Arzt und ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit oder Gültigkeit meiner Ausführungen. Zur Untersuchung und/oder Beratung sollte man deswegen immer einen Arzt aufsuchen.

 

Zwei Dinge gelten für jede Form der Diabetes:

  • Diabetes ist nicht ansteckend!
  • Insulin ist für Diabetiker lebensnotwendig!

 

Kennst du denn jemanden mit Diabetes? Oder hast ihn selbst?

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