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Geburtstag mit Scheidungskindern

Der Geburtstag mit Scheidungskindern ist sicherlich nicht einfach. Wir haben unsere eigene Regelung gefunden, mit der die Kinder glücklich sind.

Vor kurzem wurde der Kleine 5 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern.

Die Aussage einer anderen Mutter aus unserem Kindergarten machte mich aber dann doch etwas nachdenklich, was das Thema Geburtstag mit Scheidungskindern angeht.

Tut es dir denn nicht leid, so wenig Zeit mit deinem Kind an seinem Geburtstag zu verbringen?

Vorher hatte sie mich nämlich gefragt, ob wir nachmittags denn noch schön zuhause feiern würden. Ich verneinte und erklärte ihr, dass der Kleine nachmittags vom Papa abgeholt werden und dort mit Papas Familie feiern würde.

Als sie mir diese Frage stellte, muss ich recht verständnislos aus der Wäsche geguckt haben, denn sie zuckte lächelnd mit den Schultern und verabschiedete sich.

Viele werden sich fragen, weswegen verständnislos. Mir kam diese Frage einfach nie in den Sinn. Für mich steht das Wohl meines Kindes – wie bei den meisten Eltern – im Vordergrund. Deswegen freue ich mich, dass er seinen Tag so geniesst. Er findet es toll, zweimal Geschenke zu bekommen und Zeit sowohl mit Mama als auch mit Papa verbringen zu können.

Blogfoto Geburtstag mit Scheidungskindern

Aber gilt das für alle Scheidungskinder?

Wir haben seit unserer Trennung eine recht einfache und für uns beide praktikable Lösung gefunden.

Geburtstag mit Scheidungskindern: Geburtstag mit Mama

Morgens sind die Kinder logischerweise bei mir. Oftmals kommt meine Mutter sogar extra die fast 400 km aus dem Rhein-Main-Gebiet am Vortag hochgefahren, um morgens am Geburtstag dabei zu sein.

Streß entsteht dabei eigentlich nie, da beide Kinder immer so aufgeregt sind, dass sie extrem früh wach sind.

Im Gegenteil. Wir machen es uns immer so richtig schön. Die Geburtstagskerzen werden angezündet, Geschenke ausgepackt und zur Feier des Tages gibt es Kuchen. Oder wie in diesem Jahr Brownies.

Blogfoto 5. Geburtstag Geburtstagstisch

Dann machen sich die Kinder wie gewohnt fertig und es geht in Schule und Kindergarten.

Geburtstag mit Scheidungskindern: Geburtstag mit Papa

Am Nachmittag holt der Papa dann beide Kinder ab und es geht zu ihm. Dort gibt es dann Kaffee und Kuchen. Und noch mehr Geschenke. Oma, Opa, Tante und Cousine sind auch dabei. Ein richtig schönes kleines Geburtstagsfest.

Wenn die Kinder dann abends vom Papa wiederkommen, sind sie fix und fertig. Aber glücklich.

Blogfoto 5. Geburtstag Geschenke auspacken

Die Trennung fiel beiden Kindern nicht leicht. Der Große wollte es sich nie anmerken lassen, aber seine emotionalen Ausbrüche in der Schule und Zuhause sprachen Bände. Der Kleine weinte gerade im ersten halben Jahr viel. Beides brach mir echt das Herz.

Deswegen hatte ich auch vor dem ersten Geburtstag damals richtig viel Schiss. Damals fiel dem Vater der Kinder und mir das Reden miteinander noch richtig schwer. Deswegen kam es eigentlich zu dieser Getrennt-Feiern-Regelung.

Über die letzten drei Jahre sind wir dabei geblieben, denn die Kinder finden diese Regelung nicht nur okay, sondern freuen sich darüber, ihre Geburtstage mit Papa und Mama feiern zu können. Und natürlich zweimal Geschenke zu bekommen 😉

Blogfoto 5. Geburtstagstisch Geschenk

Mir ist natürlich klar, dass es in vielen Familien nicht so einfach ist wie bei uns. Oft vertragen sich die Eltern gar nicht, so dass eine Regelung gar nicht erst getroffen werden kann oder eines der Elternteile kümmert sich gar nicht erst um sein Kind.

Deswegen würde es mich mal interessieren, wie bei dir ein Geburtstag mit Scheidungskind(ern) so abläuft.

Deine

Nicole

18 Kommentare

  1. Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen, aber mir scheint eure Regelung die beste zu sein, gerade wenn das Kind damit glücklich ist. Das ist schließlich die Hauptsache und ob du mehr Zeit mit ihm verbringen möchtest, ist dabei gar nicht die Frage. Viel schlimmer fänd ich es, wenn er seinen Vater und den Rest der Familie an seinem Geburtstag gar nicht sehen würde und dadurch, dass ihr quasi morgens schon eine kleine Feier macht, fällt es ja auch nicht komplett aus. 🙂

    • Nicole Hildebrandt

      Ich finde unsere Lösung auch ideal. Für uns eben. Aber an dem Gesicht der Mutter im KiGa hab ich echt gemerkt, über solche Dinge macht man sich wohl echt erst Gedanken, wenn man in die Situation kommt.

  2. Hey!
    Ich kann da nicht so richtig mitreden, da ich selber keine Kinder habe und meine Eltern noch zusammen sind. Von daher weder aus der einen, noch aus der andern Richtung habe ich Erfahrung. Ich finde aber, dass sich eure Regelung sehr vernünftig und auch schön anhört. Ihr macht das Beste daraus, was ihr daraus machen könnt. Find ich super. Und, solange es euren Kindern gut tut und gefällt ist doch alles prima.
    LG
    Yvonne
    #litnetzwerk

    • Nicole Hildebrandt

      Huhu Yvonne!
      Das Glück der Kinder ist immer das wichtigste. Und du müsstest echt mal sehen, wie die sich diebisch freuen, wenn sie ihren Freunden erzählen, dass sie zweimal Geschenke bekommen 😉
      Viele liebe Grüße,
      Nicole

  3. Ich denke, solange es für die Kinder ok ist, ist doch alles in Ordnung. Wie du schon sagst, es geht um das Wohl und Glück der Kinder. Persönliche Belange sollten hierbei eher eine untergeordnete Rolle spielen. Die Kinder stehen an ihrem Geburtstag somit gleich doppelt im Mittelpunkt und können die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird so richtig genießen. Das ist doch toll!

    • Nicole Hildebrandt

      So ist es!
      Leider gibt es viele Trennungs- bzw Scheidungskinder, denen das so nicht vergönnt ist. Und das finde ich sehr schade.

  4. Ich finde die Regelung absolut sinnvoll. Sie passt zu eurer Lebenssituation und die Kinder wissen, was sie erwartet. Was will man mehr? Die Bekannte im Kindergarten hat vermutlich nicht nachgedacht. Klingt fast wie ein Kommentar, den ich manchmal höre: Bist du nicht traurig, dass du dein Kind nicht immer selbst aus der Kita abholst?
    Ähm, nein? So wie mein Mann und ich das aufteilen fühlt es sich für uns richtig und natürlich an. Und somit ist es das auch. Kinder wachsen in Situationen rein und finden sie dann eh selbstverständlich.

    Bei euch stehen die Kinder im Fokus und nicht eure eigenen Befindlichkeiten, das finde ich sehr löblich. Hut ab davor!

    Liebe Grüße
    Mareike

    • Nicole Hildebrandt

      Hallo Mareike,

      ich denke, du bringst die Sache auf den Punkt:
      Es muss sich richtig anfühlen und die Kinder immer im Fokus solch einer Situation stehen!

      Ganz viele liebe Grüße,
      Nicole

  5. Hallo Nicole, Erfahrungswerte habe ich keine, höchstens aus dem Bekanntenkreis. Aber ich glaube die Lösung die Dir und Deinem Kind gut tut ist die Beste.
    Lass Dir von niemandem da reinreden. Den Spruch der anderen Mutter finde ich ja fast schon anmaßend. Sie weiß doch gar nicht wie Du organisiert bist, oder vielleicht eben doch, nämlich sehr gut.
    Das es so gut funktioniert mit der Teilung dieses besonderen Tages spricht für sich. Das Geburtstagskind hat so einen Tag, der toll begangen wird. Und das wird hängen bleiben. Bei uns ist der Papa wegen der Arbeit erst Abends zu Hause, also ob das so der Knaller fürs Geburtstagskind ist bezweifele ich. Deine Regelung finde ich klasse und das Oma mitmacht spitzenmäßig.
    Feiert genauso weiter.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Kerstin-Kasin

    • Nicole Hildebrandt

      Huhu Kerstin!
      Früher war es bei uns ja auch so, dass der Papa erst abends nach der Arbeit da war. Mittlerweile nimmt er sich sogar an den Geburtstagen der Kinder frei, was ich persönlich echt toll finde. Die Kinder sind damit auch total glücklich.
      Liebe Grüße
      Nicole

  6. Hi Nicole,

    interessante Thematik.
    Ich bin ja auch Scheidungskind, allerdings war ich schon in der Pubertät, als meine Eltern sich trennten. Das kam mir ganz gelegen, denn so ließen sie sich leichter gegeneinander ausspielen – auch weil sie in den ersten Jahren nur das Nötigste miteinander gesprochen haben. Erst seit der Jugendweihe meines Bruder (fünfeinhalb Jahre jünger) besserte sich das Verhältnis allmählich, sodass sie inzwischen auch wieder ohne Probleme an einem Tisch sitzen können.

    Für mich war es nie ein Problem, aber ich war wie gesagt auch schon etwas älter als fünf 😀 Und ich denke, so lange das Kind glücklich ist, ist es auch in Ordnung. Außerdem muss man ja die Frage auch andersrum stellen: Macht es dem Vater nichts aus, so wenig Zeit mit seinem Kind zu verbringen? Denn leider ist es ja oft so, dass es ein Besuchsrecht gibt, das ein Wochenende alle zwei Wochen umfasst. Danach fragt aber auch niemand, was ich sehr schade finde aus heutiger Sicht. Ich glaube, wenn ich noch mal die Wahl hätte, würde ich meinen Vater öfter sehen wollen.

    Was ich damit sagen will, ist, dass ich es gut finde, dass Du das Wohl Deines Jungen an die oberste Stelle setzt. Gerade an seinem Geburtstag sollte sich alles um ihn drehen. Und wenn er was Anderes machen will, wird er euch das schon mitteilen. Mit fünf Jahren ist er schon so weit.

    Also, nicht verzagen, Du machst das schon ganz richtig so 🙂

    Liebe Grüße,
    Jess

    • Nicole Hildebrandt

      Huhu Jess,

      ich komme endlich zum Antworten *g*

      Zum Thema „Vater sehen“ wollte och noch was sagen. Also regulär ist es schon so bei uns, dass die Jungs alle zwei Wochen beim Papa sind.

      AAABER: Jeden Montag kommt der Papa und holt den Großen zum Sport ab, da es der Trainerin lieber ist, wenn einer von uns dabei ist (wegen dem Diabetes). Und der Kleine bekommt ihn ja dann auch zu Gesicht.
      Außerdem versuchen wir die Ferien relativ gleichmäßig 50:50 aufzuteilen. Dadurch wird die Sehnsucht der Kids nicht zu groß.

      Ganz viele liebe Grüße,
      Nicole

  7. Ahoi!
    Ich gehöre auch zur Riege der Scheidungskinder, allerdings war ich schon knapp 13. Meinem jüngeren Bruder fiel es damals sehr viel schwerer, aber unsere Eltern haben das wirklich super hinbekommen. Zwar haben wir am Geburstag nicht beide Eltern gesehen, aber das war uns auch nicht wichtig. Im Gegenteil, wir fanden Weihnachten schon hart anstrengend, da waren wir sehr dankbar, dass wir nicht noch an unseren Geburtstagen hin und her wechseln mussten.
    Trotzdem war es einmal wirklich schön, als ALLE den Geburtstag meines Bruder bei uns zu Hause gefeiert haben. Papa, Mama mit unserer kleinen Schwester (das „halb“ lasse ich immer weg, weil es nie relevant war), und unsere Großeltern väterlicherseits.

    Unsere Eltern haben sich auch immer nach unseren Wünschen gerichtet, wie wir wann bei wem feiern möchten, es kann also sein, dass deine Steppkes da irgendwann Änderungen vorschlagen/fordern 😉 Aber solange sie jetzt glücklich sind mit ihren Geburtstagen machen du und der Papa alles genau richtig. Trennungen der Eltern sind nie toll, aber ich freue mich immer, wenn Eltern ihre Probleme miteinander nicht auf den Rücken ihrer Kinder austragen. Insofern: Hut ab und weiter so!

    Ganz liebe Grüße
    Mareike

    • Nicole Hildebrandt

      Hallo Mareike,

      dass irgendwann sicherlich Änderungswünsche kommen, denke ich mir. Aber ich denke, man muss da auch die Balance zwischen den Kinderwünschen und dem machbaren finden. Sicher ist das was anderes, wenn die zwei erst 15/16 sind. Aber bis dahin bleibt ja noch etwas Zeit. 😉

      Viele liebe Grüße,
      Nicole

  8. Liebe Nicole,
    ich bin kein Scheidungskind, wäre es oftmals aber gerne gewesen. Meine Eltern hatten zwar ihre liebevollen Momente miteinander, aber auch solche, die mir als Kind sehr weh getan haben. Und das, obwohl ich von den ganzen Streitereien ja gar nicht direkt betroffen war. Ich habe mir oft gewünscht, sie würden sich einfach trennen, um sich dann eines Tages einfach wieder freundlich begegnen zu können.

    Ich freue mich für euch, dass ihr eine Lösung gefunden habt, die für euch passt und finde es absolut in Ordnung, wie ihr das alles handhabt.

    Fühl dich gedrückt und ganz liebe Besserungswünsche an deinen kleinen Mann.
    Maike

    • Nicole Hildebrandt

      Huhu liebste Maike,

      ich muss gestehen, ich kenne deine Situation. Meine Eltern haben sich auch früher oft gestritten und waren sich uneins.
      Als ich mit 18 Zuhause ausgezogen bin, haben sie sich auch getrennt und meine einzigen Gedanken waren „Na endlich!“ und „Warum nicht früher?!!“
      Deswegen fällt es mir wohl auch so leicht solche Lösungen für die Jungs zu finden. Ich weiß, dass eine Trennung manchmal besser ist. Besonders auch für die Kinder. Denn sie können jetzt ihre Geburtstage einfach unbeschwert genießen.

      Ganz viele liebe Umarmungen!
      Nicole

  9. Hallo Nicole,
    ich kann zwar nicht aus eigener Erfahrung berichten, aber im Freundeskreis haben wir auch ein Paar, dass genau diese Regelung seit Jahren lebt – nach meinem Eindruck die beste Möglichkeit mit der Situation umzugehen.
    Liebe Grüße
    Thomas

    • Nicole Hildebrandt

      Huhu Thomas,

      oh das ist cool, dass es noch andere mit so einer Regelung gibt. Ich dachte schon, wir wären die einzigen 😉

      Liebe Grüße,
      Nicole

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