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Rezension – „Schwarze Magnolie“ von Hyeonseo Lee

Buchcover "Schwarze Magnolie" von Hyeonseo Lee

„Schwarze Magnolie“
Wie ich aus Nordkorea entkam. Ein Bericht aus der Hölle.

von Hyeonseo Lee mit David John
Übersetzt von: Elisabeth Schmalen, Merle Taeger und Katharina Uhlig
ISBN: 978-3-453-20075-3
Verlag: Heyne

Inhalt „Schwarze Magnolie“:

Die Autorin Hyeonseo Lee beschreibt in „Schwarze Magnolie“ ihr Leben und ihre Flucht aus Nordkorea. Ihre Biographie reicht von ihrer Kindheit in einem der am meisten isolierten Länder der Welt über ihre eher zufällige Flucht nach China und dem jahrelangen Versteckspiel aus Angst vor Deportation bis hin zu ihrer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat über Menschenrechtsverstöße in Nordkorea. Ausgrenzung und Verfolgung sowie die Indoktrinierung einer ganzen Bevölkerung durch Gewalt und Unterdrückung waren prägend im Leben der Nordkoreanerin, die aufgrund dieser Umstände auch mehr als einmal ihren Namen ändern musste.

Meine Meinung zu „Schwarze Magnolie“:

Dieses Buch schwere Kost zu nennen, wäre Wahrheit und Lüge zugleich. Hyeonseo Lee schreibt mit einer Leichtigkeit, die man eher in einem Roman vermuten würde. Ich hätte „Schwarze Magnolie“ vermutlich verschlungen und in einem Tag durch gehabt, wenn da nicht das Thema gewesen wäre. Diese Biographie ist harter Stoff. Es ist keine Erfindung, keine phantastische Erzählung. Es ist die Lebensgeschichte einer jungen Nordkoreanerin, die für nordkoreanische Verhältnisse sogar ein recht gutes Leben führte. All die Härten des Lebens in Nordkorea nahm sie als selbstverständlich hin und war sich nicht bewusst, wie anders die Welt außerhalb ihres Heimatlandes ist. Auch wenn Angst und Unterdrückung an der Tagesordnung waren, liebte Hyeonseo Lee ihr Land. Und liebt es bis heute.

Als sie kurz vor ihrer Volljährigkeit aus einer jugendlichen Dummheit nach China kam und schließlich fest saß, machte sie das beste aus ihrer Situation. Allerdings wurde ihr Leben nicht einfacher, denn China liefert Flüchtlinge nach Nordkorea aus. Somit begann ein jahrelanges Versteckspiel, in dessen Verlauf die junge Frau mehrfach ihren Namen ändern musste.

Selbst nachdem sie nach langer Zeit nach Südkorea gekommen war, war ihr Leben nicht einfacher. Innerhalb der wenigen Jahre haben sich die Kulturen von Nord und Süd, die ja mal eine waren, so auseinander entwickelt, dass ihr neues Leben als südkoreanische Staatsbürgerin ein echter Kulturschock waren.

Mehr als einmal musste ich „Schwarze Magnolie“ zur Seite legen und eine Pause einlegen. Hyeonseo Lee hatte Glück und ihr gelang die Flucht nach Südkorea. Sie selbst fühlt sich weiterhin als Nordkoreanerin und liebt ihr Heimatland. Nicht dafür, was die Politik aus ihrer Heimat machte und noch heute macht, sondern aufgrund ihrer Familie, den Menschen, die dort leben und der atemberaubenden Natur, die ihre Kindheit so sehr prägte.
Aber viele andere haben nicht soviel Glück. Auch heute wird in Nordkorea noch gefoltert und Menschen getötet. Und selbst, wenn es einem Nordkoreaner gelingt zu flüchten, ist er noch lange nicht sicher. Es gibt zu viele Länder und menschen, die sich nicht um Menschenrechte scheren und einfach wegsehen.

Meine Meinung zu „Schwarze Magnolie“:

Diese Biographie erzählt äußerst feinfühlig, aber auch direkt und unverblümt, was für ein wunderschönes Land Nordkorea ist und was aus diesem Land aufgrund machthungriger und geldgieriger Diktatoren geworden ist. „Schwarze Magnolie“ ist ein tolles Buch, das zum Nachdenken und hoffentlich auch Handeln anregt.

🙂

Wie steht ihr zu Büchern, die sich mit solchen Themen befassen? Findet ihr das gut oder seid ihr der Meinung, dass seien nur Themen für die Nachrichten? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Buchtipp. Anhand des Titel hätte ich ehrlich gesagt einen Historienschinken erwartet und nicht ein Buch über ein so hartes, aktuelles Thema. Über dieses Land habe ich bisher noch nicht soviel gelesen.

    • Nicole Hildebrandt

      Ich bin auch nur durch Zufall über das Buch gestolpert. Aber es hat mich echt bewegt. Wenn man bedenkt, was selbst in unseren heutigen Zeit noch alles passiert, bekomme ich echt Gänsehaut.

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