Startseite / Diabetes Typ F / Unsere Testwoche mit CGM

Unsere Testwoche mit CGM

Bei unserem letzten Termin in der Diabetes-Sprechstunde habe ich ein Thema angesprochen, um das sich unsere Gespräche Zuhause schon länger drehen.

Ein CGM

(continuous glucose monitoring system oder kontinuierliche Glukosemessung)

Der Große ist, seit ich ihm erklärt habe, wie ein CGM funktioniert, total begeistert von der Idee. Also haben wir beschlossen, bei der Ärztin zu fragen, ob ein solches Gerät für ihn in Frage kommt.

Als Hintergrundinfo:

Der Große hat seit drei Jahren Diabetes, ist Penner und zufrieden damit. Allerdings neigt er zu starken Schwankungen. Auch aufgrund dessen, dass er in seiner neuen Schule mehr Bewegung bekommt als in der alten. Und natürlich auch noch in seiner Freizeit Sport macht. Bestärkt hat mich hierbei, dass die CGM-Geräte seit diesem Jahr auch endlich in den Hilfsmittelkatalog aufgenommen wurden.

In der Diabetes-Sprechstunde

Ich gestehe, ich hatte Bammel zu fragen. In den Diabetes-Gruppen auf Facebook hatte ich bereits über Horrorgeschichten gelesen, wie schwierig es war, manche Ärzte zu überreden. Das konnte ich mir zwar bei unserer Ärztin nur schwer vorstellen, aber man weiß ja nie.

Und dann wurde ich noch überrascht, weil unsere Diabetologin im Urlaub war. Mit der Vertretungsärztin hatten wir schon zu tun. Aber ich kannte sie kaum und wusste nun so gar nicht, wie sie auf unsere Bitte reagieren würde. Frei nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ sprach ich das Thema dann an. Die Ärztin schaute sich die Blutzuckerwerte der letzten Monate an und stimmte mir zu, dass ein CGM tatsächlich sinnvoll wäre, um die starken Schwankungen und nächtlichen Unterzuckerungen in den Griff zu bekommen. Alles weitere sollte ich dann mit der Diabetesberatin besprechen.

Die Diabetesberaterin zeigte uns sofort zwei unterschiedliche Geräte. Einmal den FreeStyle Libre von der Firma Abbott und das Dexcom G4 Platinum-System von der Firma nintamed.

Wir haben uns direkt für den Dexcom entschieden, denn:

  • beim Libre muss man den Empfänger direkt an den Sensor halten und den Glukosewert abrufen. Dann wird neben dem aktuellen Wert noch die Werte der letzten 8 Stunden abgerufen sowie ein Trendpfeil angezeigt
  • beim Dexcom hat der Empfänger eine Reichweite bis zu 6m und ruft selbstständig alle 5 Minuten den Glukosewert ab. So hat man über 24 Stunden einen Verlauf. Außerdem gibt es Alarmtöne bei Über- und Unterzuckerung. Und auch hier wird ein Trendpfeil angezeigt.

Die Entscheidung fiel bei den Alarmtönen. Das gibt uns gerade beim Sport oder in der Nacht eine gewisse Sicherheit. Und die Hoffnung besteht, dass wir aufgrund der ständigen Messungen, die bisher starken Schwankungen besser in den Griff bekommen.

Blogfoto Unsere Testwoche mit CGM


Mit CGM

Glücklicherweise konnten wir bereits für drei Wochen später einen Termin mit der Vertreterin von nintamed ergattern, um den Dexcom Probe zu tragen.

Der Sensor war schnell gelegt. Hab ich sogar selbst gemacht 😀 . Hat sofort geklappt. Und wer jetzt denkt „Angeberin“, dem sage ich nur „Ja und?“ Ich bin einfach ganz stolz, das gleich beim ersten Mal geschafft zu haben.

Blogfoto Dexcom G4 am Arm

Wer es nicht beim ersten Mal schafft, dem sei gesagt, mit etwas Übung klappt es garantiert. Das System zum Legen des Sensors sieht komplizierter aus, als es wirklich ist.

Dann wird noch der Sender (Transmitter) drauf geklippt und los gehts. Zumindest fast. Das System braucht zwei Stunden zum Verbinden und Hochfahren. Nach den zwei Stunden wird dann mit Blutzucker kalibriert. Zweimal. Die Vertreterin hat uns geraten von jeder Hand einmal zu nehmen, da sich die Blutzuckerwerte tatsächlich unterscheiden können und so ein Mittelwert kalibriert wird.
💡 Das mit den unterschiedlichen Werten an jeder Hand stimmt übrigens!

Blogfoto Dexcom G4 Empfaenger mit Tasche               Blogfoto Dexcom G4 Empfaenger

Der Dexcom muss mindestens alle 12 Stunde, also 2x am Tag kalibriert werden, indem man die gemessenen Blutzuckerwerte (dann aber jeweils nur mit einem Wert) eingibt. Derzeit machen wir das 3x am Tag, weil das für uns so besser funktioniert.

Die Werte waren aufgrund der Ferien nicht durchgehend besser, aber im Großteil schon. Und wir konnten auf schlechte Werte viel schneller reagieren. Ich hätte mich z.B. nie getraut, das Basal direkt nach zwei Tagen um 100% hochzusetzen, sondern hätte mich so lange rangetastet bis es gepasst hätte. Nachteil da kann tatsächlich mal eine Woche ins Land gehen  😐 

Dexcom G4 Kurvenanzeige


Fazit nach der Testwoche mit CGM

 

Wir werden ein CGM beantragen.

 

Im Krankenhaus haben wir bereits Bescheid gegeben, damit die Diabetologin Gutachten und Rezept ausstellt. Dann bleibt nur noch abzuwarten, wie die Krankenkasse auf die Beantragung reagiert. Drück uns die Daumen.

Haben dein Kind oder du ein CGM? Wie sind deine Erfahrungen denn damit?

LG Nicole

4 Kommentare

  1. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt! Aber der einzige Diabetiker in unserer Familie ist auch mein Vater, der mit seinen 85 Jahren inzwischen einfach Altersdiabetes hat, aber nicht so stark.

    • Nicole Hildebrandt

      Ja, ich bin über solche Entwicklungen echt froh. Es erleichtert uns das Leben enorm.
      Mittlerweile haben wir seit Mitte Dezember ein CGM (Beitrag folgt noch 😉 ) und wir sind echt begeistert.

      Was den „Altersdiabetes“ betrifft… täusche dich mal nicht wie viele Kinder mittlerweile unter diesem Diabetes (Typ 2) leiden. Anders als beim Typ 1, der ja ein Immundefekt ist, haben immer mehr Kinder Übergewicht durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung. Und das begünstigt den Diabetes Typ 2 war enorm. Die Zahlen sind echt erschreckend.

  2. Das Problem ist, dass der Libre KEIN CGm ist, sondern ein FGM und somit technisch gesehen ein völlig anderes System. Bei nächtlichen Hypos würde der Libre nicht helfen, weil er nicht alarmiert. Ich verstehe nicht, warum die Ärztin bei dieser Indikation überhaupt den Libre mit ins Spiel bringt?!

    • Naja die Diabetesschwester hat ihn auch angeboten, weil in unserer Ambulanz wohl sehr häufig die Erfahrung gemacht wurde, dass gerade Jugendliche diese Alarmtöne eben nicht wollen. Die greifen dann eben lieber zum Libre und ziehen das Lesegerät lieber öfter drüber.
      So einen Jugendlichen (14) durfte ich übrigens letzte Woche in der Pumpenschulung auch kennenlernen. Er meinte, dass die Alarme voll nervig seien. Selbst wenn sie auf Vibration gestellt seien. Er hält das Lesegerät dann lieber einmal mehr drüber.
      Und nein, natürlich hilft ein Libre nicht nachts vor Unterzuckerungen zu warnen. Das ist klar. Ich vermute, es ging der Dia-Schwester auch eher um Aufklärung der Möglichkeiten. Genau kann ich es dir allerdings nicht sagen, da ich sie so ziemlich nach dem zweiten Satz zum Libre unterbrochen habe. Ich kannte die Systeme ja vorher schon und es war klar, dass wir ein CGM brauchen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.